ADFC Hessen: Nachrichten

03.09.2017

7. Frankfurter ADFC bike-night

Fatbike-Escorte für Cleopatra

Die größte bike-night ist die 7. Auflage der nächtlichen Fahrrad-Demo zwar nicht geworden. Aber eine der fröhlichsten, buntesten - und lautesten.

Zwischenkundgebung in Ginnheim

Ein Temperatursturz, mehrere Regenschauer und die wegen einer Bomben-Entschärfung anstehende Evakuierung eines großen Stadtgebiets - die Vorboten der bike-night waren nicht gerade optimal. Und wahrscheinlich auch der Grund, weshalb es diesmal mit gut 2.000 Mitradelnden keinen neuen Teilnehmerrekord gab. Aber den braucht auch nur, wer vom "höher, schneller, weiter"-Denken getrieben ist - nicht aber der ADFC. Ein paar Bestmarken dürfte die 7. bike-night dennoch gesetzt haben: Mit einem tollen, sehr urbanen Rundkurs, mit fröhlicher und entspannter Stimmung, mit Kreativität und Vielfalt der mittransportierten Musik. In einem Mix aus House, Swing und Rock 'n Roll radelte Cleopatra neben einer Miniaturnachbildung des Feldbergs auf einem Fahrradanhänger - umgeben von Liegerädern, Tandems und coolen Fatbikes ohne Ende.

Auftakt am Römerberg

Frankfurter ADFC bike-night 2017 - das heißt auch: lange radeln, kurz reden. So fielen die Ansprachen der Fahrrad-Demo angenehm "knackig" aus. Organisator Bertram Giebeler formulierte seine Vision der Frankfurter Verkehrspolitik so, dass die Stadt in Sachen lebenswerte Quartiere, Nahmobilität und Radverkehrsförderung bald genauso Spitze in Deutschland ist wie bei der Passagierzahl von Hauptbahnhof und Flughafen.

Klaus Oesterling, der autofreie Frankfurter Verkehrsdezernent, brachte ein dazu passendes Versprechen mit. Nachdem die Radverkehrsbeschilderung in Frankfurt quälend langsam gestartet war, soll künftig jeden Monat ein neuer Stadtteil seine Schilder bekommen. Damit losgehen soll es in Höchst. Westliche Stadtteile wie Nied, Sossenheim und Rödelheim werden folgen.

Den Weg zur Zwischenkundgebung in Ginnheim musste die bike-night also noch ohne die neuen Schilder finden. Dafür aber begleitet von tatkräftigen Polizeikräften und einer versierten Crew von rund Hundert freiwilligen Ordnern. Der Polizei und auch den engagierten ASB-Sanitätern gilt hier ein Sonderlob - standen sie wegen der Evakuierung am Sonntag unter einer immensen Zusatzbelastung.

Jörn Klein vom STADTRADELN-Team des Klima-Bündnis nutzte die Versammlung an der Kreuzung Raimund- und Hügelstraße, um für die in Frankfurt soeben gestartete Aktion zum Sammeln von CO2-freien Fahrradkilometern zu werben. Die Ergebnisse der Vorjahre können sich sehen lassen, doch Frankfurt hat ein größeres Potenzial. Auch was die Beteiligung von Kommunalpolitikern betrifft. Überhaupt geht es beim STADTRADELN, der ADFC bike-night und Aktionen wie #radlandjetzt des ADFC-Bundesverbands vor allem darum, der Politik "Beine zu machen", wie es Landesvorsitzender Stefan Janke unter großem Applaus formulierte.

A Propos Politiker: Als Kuriosum kann noch erwähnt werden, dass just eine Partei, die bisher nicht durch besondere Nähe zum Radverkehr aufgefallen ist, sich so frei fühlte, die bike-night zur Wahlwerbung zu benutzen. Ob es Mitradelnde überzeugt hat, sei dahingestellt. Es beweist aber, dass die bike-night nicht nur eine sehr bunte, sondern längst eine überall beachtete und ernst genommene Institution geworden ist.

Text und Fotos: Torsten Willner


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